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Mit Herz und Biss Ein ver.di-Kollege und sein Internet-Hobby
Mit Herz und Biss Ein ver.di-Kollege und sein Internet-Hobby
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Terrier, so heißt es, bellen nicht nur, sondern beißen auch. Kurzum: eine vermeintlich unheilvolle Verbindung. Der Eindruck täuscht. Es gibt unter dieser Gattung Exemplare, die vereinigen Hartnäckigkeit mit Herz - der "Postterrier" Norbert H. zum Beispiel.
"Mir schwebte bei der Bezeichnung "Postterrier" eigentlich auch eher der Fußballspieler Berti Vogts und dessen positive Eigenschaften vor. Außerdem werden wir Postzusteller auch gern als Treppenterrier bezeichnet", sagt Norbert H., der Postterrier. Denn unter dieser Bezeichnung betreibt er eine Website (www.postterrier.de) für Postzusteller und Kollegen, die sich mittlerweile allgemeiner Beliebtheit erfreut. Das zeigen etwa die zahlreichen Einträge in die beiden Gästebücher auf der Website.
Dabei geht es dort nicht nur um ein paar nette Grüße an Kollegen, sondern die Themen sollen durchaus kontrovers diskutiert werden. "Unsachliche oder diffamierende Kritik am Arbeitgeber wird jedoch nicht auf meiner Seite stehen", sagt Norbert H. Die gleiche Regel gilt im Übrigen auch für kritische Worte zu den Gewerkschaften. "Ein gewisser Rahmen muss eingehalten werden", sagt Norbert H., der selbst ver.di-Mitglied ist. Ein Link zur Dienstleistungsgewerkschaft befindet sich auch beim Postterrier.
Der steckt überdies eine ganze Menge seiner Freizeit in die Website. Rund eineinhalb Stunden wendet Norbert H. im Schnitt täglich für sein "liebstes Hobby" auf. Leidet darunter nicht die Partnerschaft? "Meine Frau hat kein Problem damit, sie macht ihr Ding", sagt er und freut sich natürlich über konstruktive Resonanz auf seine Website besonders. Das ist allerdings nicht immer der Fall. "Es gibt leider auch Neider", sagt er, obgleich sein Motto durchaus allgemeinverträglich ist: "Arbeit macht Spaß, aber sie muss zu schaffen sein", sagt er und spricht damit ein Grundproblem vieler Postbeschäftigter an: die zunehmende Verdichtung der Arbeit. Manche Kollegen werfen ihm wegen seines Engagements zudem Geltungssucht vor. Deshalb verzichtet Norbert H. auch auf die Nennung seines vollen Namens, um sich vor unerwünschten Telefonanrufen zu schützen.
Künftig wünscht sich der Postterrier vor allem auch "Post-Surfer" aus dem gesamten Land für den kollegialen Austausch; denn bislang fühlen sich vor allem die Kolleginnen und Kollegen aus der "Nachbarschaft" in Niedersachsen angesprochen. "Viele Kollegen haben doch sehr ähnliche Probleme. Vielleicht erhält man auf diese Weise auch noch ein paar Tipps", hofft Norbert H.
P.S.: Es gibt natürlich noch mehr Websites zum Thema Post und Beschäftigte – alle zu finden unter www.verdi.de
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