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„ Hart aber Fair “, eine Diskussions-Sendung im WDR, diesmal mit dem Reizthema: Der Staat und seine Diener – versorgt, verstaubt und überflüssig?
Seit langen eine Diskussions-Sendung, die mich bis zum Schluss am Fernsehen fesselte. Experten, Politiker und Interessenvertreter versuchten herauszufinden, ob Beamte in Deutschland überflüssig oder noch vertretbar seien. Anlass des Reizthemas war wohl die Luxus-Sause des Bundesbank-Präsidenten Ernst Welteke. Ob wohl nicht unbedingt geklärt werden konnte ob oder ob nicht, Beamte überflüssig seien oder nicht, waren sich alle wohl einig, dass uns die Beamten noch eine Weil erhalten bleiben.
11/1 Stunden „Pro und Kontra“, wo wie üblich nur Beamte ab der Besoldungsgruppe A9 aufwärts Aufmerksamkeit fanden, wobei nicht wirklich geklärt werden konnte, ob der Beamtete Lehrer mehr verdient, als die Angestellte Lehrerin, oder ob Lehrer überhaupt Beamte sein müssten. Vorgestellt wurden auch zwei weitere Berufsgruppen, der Feuerwehrmann und der Polizist im Schichtdienst, die mit ihrer Besoldung A9, von 2700 Euro Netto nicht zu Recht kamen und einen zusätzlichen Job ausübten.
Eine Diskussions-Sendung wo Beamte im einfachen Dienst erst gar nicht erwähnt wurden. Z.B. Beamte im Zustelldienst der Deutschen Post AG, mit der Besoldungs-Gruppe A4 bis A6 mit einem Nettogehalt zwischen 1600 Euro und 2000 Euro, inklusive Familienzuschlag, Amtszulage und Kindergeld. Wie schon so oft die Schlagzeile in der Zeitung „jetzt endlich sind die Beamten dran“ Da werden utopische Durchschnitzgehälter veröffentlicht, wovon Beamte im einfachen Dienst nur träumen können.
Nun zu der Frage, müssen Beamte überhaupt noch sein? Ich meine in einigen Berufen schon. Ein Richter, Polizist, Politiker und ein Finanzbeamter sollte schon sein. Postler werden schon lange nicht mehr beamtet.
Als ich vor 25 Jahren als Arbeiter bei der Deutschen Post anfing und nach 3 Jahren die Beamtenprüfung ablegte, wurde mir die Entscheidung, mich als Beamter übernehmen zu lassen förmlich aufgedrängelt, was auch weniger Gehalt für mich bedeutete. Die meisten Diskussionen über Beamte enden fast immer mit der Feststellung, man ist ja unkündbar und habe ein festen Job, jahrelange Nullrunden, oder minimale Gehaltserhöhungen kommen nie zur Sprache.
Manchmal wünsche ich mir schon, dass man bei einigen Schlagzeilen, (die veröffentlicht werden) zwischen den spitzenverdienenden Beamten im gehobenen Dienst und den einfachverdienenden Beamten im einfachen Dienst unterscheidet. Würde das geschehen, dann hätte manch einer mehr Verständnis dafür, dass wir Beamte im einfachen Dienst für den Erhalt unseres Urlaubsgeldes und der Kürzung unseres Weihnachtsgeldes auf die Straße gegangen sind. Ein Verständnis das die Kanzler Gattin für uns nicht hatte, den Doris Schröder-Köpf beklagte sich über die Verdi-Aktion am 01.03.2004. Schlagzeilen, die eine Woche lang die Zeitungen in Hannover füllten. Ein Protest, der mehr Interesse in den Medien bewirkte, als die Verdi-Aktion.
„Es gibt ein einfaches Rezept, eine Sache gerecht unter zwei Menschen aufzuteilen: Einer von beiden bestimmt die Portionen. Der andere hat die Wahl“
Zitat: Gustav Stresemann
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